Nicolai über Männerarbeit …

Wie kam ich zur Männerarbeit?

Mein Weg in die Männerarbeit begann nicht aus einem theoretischen Interesse heraus, sondern aus eigener Erfahrung.

In meiner Jugend war ich Punk, zeitweise obdachlos und tief verstrickt in Alkohol- und Drogenkonsum. Ich habe erlebt, was passiert, wenn Orientierung fehlt, Gefühle keinen Raum haben und Stärke mit Härte verwechselt wird – nach innen wie nach außen.

Irgendwann kam der Punkt, an dem klar wurde: So kann es nicht weitergehen. Der Ausstieg aus diesem Leben war kein einzelner Moment, sondern ein langer Prozess. Ein Prozess, in dem ich gelernt habe, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen, meinen Körper wieder zu spüren, meine Gedanken zu hinterfragen und mich meinen Emotionen zu stellen.

Auf diesem Weg wurde mir deutlich, wie wenig Räume es für Männer gibt, in denen genau das möglich ist – ehrlich, klar, ohne Masken und ohne Leistungsdruck. Aus dieser Erfahrung heraus wuchs der Wunsch, andere Männer auf ihrem Weg zu begleiten. Nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe.

Heute verbinde ich meine persönliche Geschichte mit fundierten Ansätzen aus Psychologie, Körper- und Atemarbeit sowie Bewusstseinsarbeit. Die Männerarbeit ist für mich kein Konzept, sondern eine gelebte Praxis.

Mein Verständnis von Männerarbeit

Männerarbeit bedeutet für mich, Männern dabei zu helfen, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen – mit ihrem Körper, ihren Gefühlen und ihrer inneren Haltung.

Es geht nicht darum, „besser zu funktionieren“ oder alte Rollenbilder zu bedienen, sondern darum, Klarheit, Selbstverantwortung und innere Stabilität zu entwickeln.

Ein zentraler Punkt ist dabei die Regulation des Nervensystems. Viele Männer stehen dauerhaft unter innerer Spannung – Stress, Wut, Rückzug oder Überforderung sind oft Ausdruck davon. Über Atemarbeit, Bewegung und Körperwahrnehmung schaffen wir die Grundlage, damit Veränderung überhaupt möglich wird.

Darauf aufbauend geht es um Bewusstsein:

Gedankenmuster erkennen, automatische Reaktionen verstehen und einen Schritt Abstand zum eigenen Ego gewinnen. Nicht um es loszuwerden, sondern um nicht mehr von ihm gesteuert zu werden.

Männerarbeit heißt für mich auch, Verantwortung zu übernehmen – für das eigene Handeln, für Beziehungen, für die Wirkung nach außen. Besonders im Bereich Gewaltprävention ist mir das ein großes Anliegen: Männer frühzeitig zu stärken, bevor sie sich selbst oder anderen schaden.

Kurz gesagt:

Männerarbeit ist für mich ein pragmatischer, moderner und gleichzeitig tiefgehender Weg, um als Mann präsent, klar und verbunden in dieser Welt zu stehen.

Mann-Zeit
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